Theaterkurs Jg.8/9: Auf dem Weg zur Premiere von “Die Familie Schroffenstein”





 

Rosen fliegen in Richtung Bühne, andauernder Applaus und ein über alle Maßen erleichtertes Ensemble….NACH der Premiere!

Kurz vor der Premiere … Lachflashs, Texthänger und pure Nervosität.

Doch fangen wir von vorne an: Ausgangspunkt unserer Inszenierung war die Tragikkomödie von Heinrich von Kleist “Die Familie Schroffenstein”, nach reiflicher Überlegung eine einstimmige Entscheidung unseres Kurses. Wir wollten ein Stück nach einer Vorlage inszenieren, bei dem gleichzeitig viele eigene Aspekte und Ideen integriert werden konnten .

 

Mir hat an unserer Stückentwicklung u.a. sehr gefallen, Kleists alte und oft “zähe” Sprache mit modernen Textelementen zu verknüpfen. Dies fiel uns nicht immer leicht, zumal es bei vielen Passagen des Originals doch relativ viel Klärungsbedarf gab. Das komödiantische Element, welches Kleists Drama neben vielen tragischen Abschnitten doch durchgehend prägt, war für mich essentiell, denn ich wollte ein Stück, das trotz des ernsten Hintergrundes humorvolle Elemente enthält. Schließlich handelt es von einer Familie, in der es, genauso wie bei jedem von uns, mal mehr und mal weniger lustig zugeht. Neben diesen Punkten hat mir die Harmonie innerhalb des Ensembles immer wieder neue Kraft und Motivation gegeben, mich durch langwierige Choreographien und Texte zu kämpfen. Doch unsere Proben waren immer wieder aufgelockert von unzähligen lustigen und vollkommen abgedrehten Momenten, nicht zuletzt auch durch verhängnisvolle Textdreher und kaputte Kostüme.

 

Kurz vor der Aufführung stieg dann bei allen der Adrenalinspiegel. Doch nach den ersten Sätzen fiel die Aufregung langsam ab, der Spaß begann und ich genoss die Premiere in vollen Zügen.

 

Summa summarum: Die Arbeit an sich, die Arbeit als Schauspieler und die Erfahrung, die ich im Laufe der zwei sehr schönen Jahre im Theaterkurs erleben durfte, haben mich ausschließlich positiv beeinflusst, mir viele Grundlagen der Schauspielkunst auf eine, wie ich finde, sehr experimentelle und selbständige Art und Weise nähergebracht, mich neue Freunde gewinnen lassen und mir erneut klar gemacht, was für eine persönliche Bereicherung es sein kann, mit Menschen zu arbeiten, die genauso für etwas brennen, wie man selbst. Und der Applaus am Ende einer Premiere von einem aufmerksamen und heiteren Publikum ist der größte und schönste Lohn, den sich ein Schauspieler wünschen kann. Ich kann allen zukünftigen theaterbegeisterten Schülerinnen und Schülern an unser Schule nur sagen: Toi Toi Toi! 

 

Karim Malik

 

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