November-Pogrom 1938 in Remscheid





Gedenkveranstaltung am 8.11.2019 an der EMA

Am 8.11.2019 erinnerte die EMA an die Pogromnacht und die Polenaktion vor 81 Jahren. Tülin Martini, Semra Baygin eröffneten mit einem kurzen Violin-Stück die Veranstaltung vor dem Haupteingang der Schule. Dilay Caliskan zitierte aus Friedens-Suren des Korans; die Teilnehmer legten Rosen nieder.

„Wir sind die Enkelkinder von (Hans) Zvi Mandelbaum, der, als er ein Kind war, wie die meisten von euch in Remscheid lebte – vor 90 Jahren.“ So begann die Rede der Nachkommen von Erna, Felix, Max und Hans Philipp (Zvi) Mandelbaum vor den Stolpersteinen für drei ermordete EMA-Schüler: Jakob Mandelbaum, Helmut Lazer und Simon Häusler.

Viele Mitglieder der großen Familie Mandelbaum konnten noch 1938 aus Nazi-Deutschland flüchten, sich im Ausland in Sicherheit bringen und dort eine neue Existenz aufbauen. Seit einigen Jahren kommen Nachkommen von ihnen jährlich nach Remscheid, um mit uns vor der Gedenktafel des nationalsozialistischen Terrors mahnend zu gedenken: „Genau wie ihr, haben [er und] seine älteren Geschwister an dem EMA-Gymnasium gelernt, [doch nach 1933 wollten] viele seiner Freunde sich nicht mehr mit ihm treffen, und der einzige Grund dafür war die Tatsache, daß er Jude war.“

 

Der Rassismus des NS-Staates zerstörte Freundschaften, Familien und führte schließlich zum Tod von Millionen Menschen in Ghettos und Konzentrationslagern.

In ihren Ansprachen betonten deshalb Schulsprecherin Seyda Sahan und Direktor Rainer Schulz: „die drei Stolpersteine vor dem Haupteingang mahnen uns jeden Tag neu und fordern uns auf, Rassismus entgegenzutreten.“

 

Fotos © by Blg

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