Schülerpaten

‚Die Kleineren nach vorne die Größeren nach hinten‘. Nach diesem Prinzip stellten wir uns für das Foto für die Einführung des neuen Projekts der Schulpatenschaft in Pose. Eine leichte Angespanntheit und Aufregung lag in der Luft. Emma aus der 6. Klasse, die in der letzten Englisch-Arbeit eine Fünf bekommen hat, warf einen flüchtigen Blick in die Meute der Oberstufenschüler. Währenddessen schien sich ein anderer Schüler aus der siebten Klasse nicht allzu sehr für das Ganze zu interessieren und zeigte seinem Tischnachbar seine neue Yu-Gi-Oh-Karte. Auch die Schüler der Oberstufe machten einen überraschend unsicheren Eindruck. Man fragte sich, welcher Schüler einem zugeteilt werde und ob man der Herausforderung gerecht werden könnte, einigen Schülern, wie dem genannten Yu-Gi-Oh-Fan, zu helfen. Nach all diesen Fragen, die in den Köpfen der Schüler schwirrten, unterbrach Frau Kara-Jahn unsere wirren Gedankengänge: „Nun haben die Nachhilfeschüler und –lehrer die Gelegenheit, sich in ihren Lerngruppen zusammenzufinden.“

Bei dieser Versammlung ging es um das neue Lernkonzept, an erster Stelle angeregt von Frau Kara-Jahn, Frau Terée-Kriesell und Herrn Wiegand, die eine Förderung der schwächeren, aber leistungswilligen Schüler durch die Oberstufenschüler beinhaltet. Beide Parteien verpflichten sich hierbei freiwillig, sich einmal in der Woche je eine Stunde zu treffen und den Lernstoff zu erarbeiten, den der Fachlehrer vorgibt. Ziel ist es, den Unter- bzw. Mittelstufenschülern, die Probleme im Unterricht haben, die Möglichkeit zu bieten, ihre Leistungen dauerhaft mithilfe der erfahrenen Oberstufenschüler zu verbessern.

Ein anderer Punkt ist, dass Schüler aus finanziell schwächeren Familien durch die Patenschaft die Gelegenheit haben, sich in der Schule durch ‚kostenlose Nachhilfe‘ zu stärken.

Dieses Projekt hat im Schuljahr 2011/12 begonnen und ist seit dem zweiten Quartal aktiv in den Schulalltag integriert worden. Viele Lerngruppen treffen sich bereits einmal die Woche, um den Unterrichtsstoff zusammen aufzuarbeiten. Mal erscheint der eine oder andere nach einem anstrengenden Schultag nicht zu den Treffen, doch beweisen bisherige Beispiele, dass diese Idee sich bereits als erfolgreich erwiesen hat und dass die Lernvorsätze größtenteils erreicht worden sind.

Besonders die Kooperation der Schüler schulintern zeigt, dass es von großem Vorteil für die Unterstufe ist, da die Oberstufenschüler bereits den gleichen Weg durch die Schule gegangen sind und somit ihre Erfahrungen mit der Schule effizient weitergeben können.

Leider haben sich bis jetzt relativ wenige Schüler für die Schulpatenschaft beworben und wir hoffen, dass wir in Zukunft ein größeres Netz mit engagierten Schülern unserer Schule anbieten können. Als Anerkennung der außerunterrichtlichen und unbezahlten Arbeit, wird die Teilnahme an der Patenschaft positiv auf dem Zeugnis vermerkt.

Obwohl wir oftmals unsere geliebten Mittagspausen für die Nachhilfestunden aufopfern müssen, lohnt sich der Aufwand jedes Mal, wenn einem ein glückliches Gesicht mit einer guten Klassenarbeit in der Hand entgegenkommt.

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