Geschichts-AG errichtet Gedenkstätte für die Stadt Remscheid





Am 20.09.2018 eröffnete die Geschichts-AG des Ernst-Moritz-Arndt- Gymnasiums (EMA) sowie der Verein ,,Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid e.V.” offiziell die Gedenk- und Bildungsstätte (GuB) Pferdestall auf dem Gelände der Polizeiinspektion Remscheid. Die GuB soll an alle Verfolgte des Nationalsozialismus erinnern und gedenken.

 

Die Geschichts-AG hatte sich seit 2016 für das Projekt eingesetzt. Auslöser war u.a. eine Stolpersteinführung der damaligen Klasse 9D  durch den Historiker Jochen Bilstein, der die Geschichte der jüdischen Bevölkerung erarbeitet hatte. Am Ende bekamen die Schüler die Information, dass die Zellen der Polizei zur NS-Zeit überfüllt waren und dass deshalb nach Ausweichmöglichkeiten gesucht wurde. So wurde der ehemalige Pferdestall der Polizeiinspektion Remscheid als Gefangenenlager benutzt. Zudem beklagten Schülerinnen und Schüler, dass die Gräueltaten der Nazis überall geschahen und dass man in Remscheid deshalb einen Ort der Erinnerung bräuchte. Dies hat sich die Geschichts-AG als Aufgabe genommen und nun besitzt die Stadt Remscheid durch die Initiative der Schülerinnen und Schüler der EMA eine Gedenk- und Bildungsstätte.

 

Am Tag der Eröffnung waren viele wichtige Gäste anwesend, wie zum Beispiel der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, oder der Polizeipräsident Markus Röhrl. Beide haben sich für diese Gedenkstätte ausgesprochen. Herbert Reul hob sinngemäß hervor, dass er sich eine Bildungsstätte für alle Polizeibeamte in dieser Gegend wünsche, da man an diese Geschichte erinnern müsse und alles dafür tun, dass solche Gräueltaten sich nie wieder wiederholen.

 

Die EMA-Schüler Theodora Tu und Francesco Lo Pinto stellten in ihrer Ansprache Parallelen aus der Vergangenheit und Gegenwart her. „Damals hat man in der Judenkonferenz im französischen Evian um die Aufteilung jüdischer Flüchtlinge diskutiert. Man kam zu keinem Ergebnis. Heute werden zwischenstaatliche Abkommen getroffen, um die Verteilung der Flüchtlinge zu klären.” Lobende Worte fand Polizeipräsident Markus Röhrl. Der Pferdestall sei eine Herzensangelegenheit der Schülerinnen und Schüler auf ehrenamtlicher Basis.

 

Im Pferdestall befinden sich zurzeit folgende Ausstellungen:

  •  “Remscheid im Herbst 1938” (konzipiert durch die Geschichts-AG der EMA 2017)
  • “Im Schatten der Erinnerung – Schandtaten und Verbrechen im Westen” (die Wanderausstellung aus Mainz,  Arbeitsgruppe Gedenktag 27. Januar)
  • “Deportationen in den Tod” (die neu konzipierte Ausstellung der Geschichts-AG des EMA-Gymnasiums)

 

Wer Interesse an einer Führung durch die Ausstellungen hat, kann sich beim Sekretariat des EMA-Gymnasiums per E-Mail unter emagym@gmx.de oder über Facebook (GuBPferdestallRS) anmelden, sowie den Verein kontaktieren unter info@gub-pferdestall.de .

 

 

 

 

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