Frauenkooperative aus Honduras an der EMA





 

m Mittwoch (20.9.2017) geschah etwas Besonderes: In der fünften und sechsten Stunde besuchten Cruz Dolores Benitez Espinoza und Marta Dalila Aguilar Banegas aus dem Agrarland Honduras (Mittelamerika) unsere Schule, die durch den Schulkiosk und die künftige Schülergenossenschaft den fairtrade– Gedanken maßgeblich unterstützt. Das Interesse war groß: Nicht nur der Differenzierungskurs Wirtschaft von Herrn Hensler, der das Thema Nachhaltigkeit und fairtrade aktuell im Unterricht behandelt, sondern auch 120 andere Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis Q2 waren gekommen, um den Besuch zu begrüßen und etwas über ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu erfahren. Dazu stellten sie viele Fragen. Anabel Rubio Garcia (8a) und Frau Tavus standen als Dolmetscher zur Verfügung.

Beide erzählten, dass sie aus ärmlichen Verhältnissen kommen und vor ca. 16 Jahren anfingen, auf einer Kaffeeplantage zu arbeiten. Sie sagten uns, dass die Arbeit dort außerordentlich hart sei und sie an manchen Tagen mehr als zehn Stunden arbeiten müssten. Vor etwa fünf Jahren gründeten sie gemeinsam mit 70 anderen Frauen eine Kooperative (Genossenschaft). Auf Rückfragen von SuS antworteten sie, dass eine solche Gründung nicht üblich ist, da Frauen in Honduras in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht oft benachteiligt werden. Fairtrade garantiere ihnen jedoch einen gerechten Lohn für ihre Arbeit und ihnen gehe es deshalb viel besser als den meisten anderen Menschen in den umliegenden Dörfern, die häufig radikal ausgebeutet werden. Abschließend bedankten sich die Frauen für das große Interesse. Für beide sei es sehr wichtig, dass Schüler aus Europa gut über die Umstände Bescheid wissen und diese Arbeit auch schätzen. Sie freuten sich sehr darüber, dass der schuleigene Kiosk mit einem so großen Engagement neben den herkömmlichen Produkten auch fair gehandelte Produkte verkauft.

 

Von Piet Ronge und Tim Leischner

 

— drucken —