Ferienakademie „Bio- und Nanotechnologie 2017“





Ferienakademie „Bio- und Nanotechnologie 2017“ in Haus Overbach in Jülich

 

Ein großer Raum, fremde Jugendliche, alles fühlt sich fremd an. Ich freue mich schon, die anderen kennenzulernen und Neues zu erfahren. Als ich das Science College betrete, sitzen schon ein paar Jugendliche dort. Es erinnert mich an die JuniorAkademie vor ein paar Jahren, welche ich in guter Erinnerung behalten habe. Keiner redet ein Wort. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Nachdem ich meinen Koffer abgegeben und mich zu ihnen gesetzt habe, kommt langsam ein Gespräch in Gang. Jeder stellt sich vor und bald ist die erste Schüchternheit überwunden und vergessen. Wir erzählen uns lustige Sachen und lachen gemeinsam über die Geschichten. Jetzt ist das Gefühl der Unsicherheit, der Einsamkeit verschwunden. Ich habe das Gefühl, die anderen schon ein bisschen zu kennen und wir verstehen uns alle gut. Bald beziehen wir unsere Zimmer, die sehr schön eingerichtet und groß sind, sodass ich mich gleich wohl gefühlt habe.

 

Nach einem gemeinsamen Mittagessen sind wir dann wieder ins Science College gegangen und haben zum Thema Biotechnologie experimentiert. Wir haben bspw. Bakterien auf einer Nährbodenplatte ausgestrichen. Das hat in gewisser Weise Spaß gemacht, aber ich kannte diese Versuche größtenteils schon und fand es schade, dass wir nicht etwas „Spannenderes“ gemacht haben. Am Abend fand dann noch eine kurze Nachtwanderung statt, auf der wir uns eigentlich hauptsächlich nur miteinander unterhalten und mehr über die anderen erfahren haben. Danach saßen wir noch zusammen und haben bei Spielen wie „Lügen“ oder „Werwolf“ viel miteinander gelacht.

 

Am nächsten Tag haben wir dann einen Vortrag über Biotechnologie gehört. Die Vortragende hat uns erst einen kurzen Einblick in die Biotechnologie gegeben und dann noch neue Medikamente vorgestellt, von denen sie selbst sehr überzeugt ist. Den Teil des Vortrags über die neuen Medikamente fand ich persönlich am interessantesten. Nachmittags haben wir noch weitere Versuche durchgeführt. Abends fand ein Astronomieabend statt, zudem ich auch gegangen bin. Zuerst wurde ein Vortrag gehalten, der sehr lang und wegen der Vortragsweise des Referierenden schwer zu verstehen war. Deshalb hat mir der Vortrag nicht so sehr gefallen. Danach wollten wir noch Sterne durch ein Teleskop beobachten, aber leider war es bewölkt, sodass wir nichts sehen konnten.

 

Mittwochs sind wir zur FH Aachen gefahren und haben dort Einblicke bekommen, wie man forscht. Uns wurde die FH Aachen an sich und ihre Fachgebiete vorgestellt. Am besten hat mir dort ein Vortrag über ein neues Medikament gegen Gebärmutterhalskrebs gefallen, da auch die Wirkungsweise und der Weg der Entstehung des Medikamentes erklärt und beschreiben wurde. Auch an diesem Abend saßen wir zusammen und haben zusammen Spiele gespielt.

 

Am vorletzten Tag sind wir zum Forschungszentrum Jülich gefahren, wo wir viele verschiedene kleinere Vorträge zu den unterschiedlichen Bereichen der Forschung, die dort betrieben werden, angehört haben. Abends haben manche von uns noch zusammen Ballspiele und anschließend noch Kartenspiele gespielt. Irgendwie sind die gemeinsamen Spielerunden zu einer Art „Tradition“ geworden. Leider ging der Abend viel zu schnell zu Ende.

Der letzte Tag begann mit einem Film, der die negativen Seiten von Genforschung beleuchtet. Danach saßen wir zusammen in einem Kreis, wie am Anfang der Akademie. Es war wieder stiller geworden wie am Anfang, als wir uns alle noch nicht kannten. Ich glaube jeder hing seinen eigenen Gedanken nach und ließ die Akademie nochmals Revue passieren. Ich fand es schade, dass die Akademie schon vorbei war. Nicht nur weil das Thema interessant und spannend war, sondern vor allem wegen der Leute, die man dort kennengelernt hat und von denen man weiß, dass man sie wahrscheinlich nicht noch einmal wiedersehen wird.

 

Ich kann solche Akademien, egal ob es nun Ferien-, Junior- oder andere Akademien sind, nur empfehlen, weil man während der Zeit dort viele neue nette Leute kennenlernt und zusätzlich auch noch viel über neue Themen erfährt. Allerdings fand ich es auf dieser Akademie schade, dass nur der Biotechnologieaspekt besprochen und die Nanotechnologie vernachlässigt wurde. Auch manche Freundschaften überleben die weite Entfernung und das seltene Treffen. Aber ich kann nur sagen, dass ich viele Freundschaften, die ich auf Akademien geknüpft habe, heute noch pflege und glücklich bin, schon mal „Akademieluft“ habe schnuppern dürfen und hoffentlich noch oft solche Gelegenheiten wahrnehmen kann.

 

Amelie Becker

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