Theater-AG

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Theater-AG: Jg. Kl.9-Q2 (Stand 15.09.2013)

(Leitung: Beate Rüter, Theaterpädagogin BuT)

„Jeder kann Theater spielen – sogar die Schauspieler. Überall kann Theater stattfinden – sogar im Theater.“ (Augusto Boal, brasilianischer Theatermacher, Begründer des sog. „Theaters der Unterdrückung“ und des „unsichtbaren Theaters“)

 

Dienstag, 13.30 – 17.00 Uhr  (sowie an einzelnen Wochenenden) in der Aula

Interessenten können sich melden und eine „Schnupperprobe“ mitmachen.

(Für die momentane Gruppe wäre es gut, wenn sich noch mehr männliche Wesen für die AG begeistern könnten. Also, nur Mut!)

 

 Konzept

Die Theaterarbeit folgt modernen methodischen und didaktischen Konzepten der Theaterpädagogik, die den jugendlichen Spieler, die jugendliche Spielerin in den Mittelpunkt stellt (allerdings nicht als „Stars“). Künstlerische Aufgaben sind dabei in der AG-Wirklichkeit von den pädagogischen nicht zu trennen.

 

Ziel ist es, für die Spielerinnen und Spieler Möglichkeiten zu schaffen,

  •  in denen sie sich selbst und ihre Ausdrucksmöglichkeiten ausprobieren, entdecken und weiterentwickeln können (dafür improvisieren wir viel und lernen das elementare „Handwerkszeug“ des Theaters kennen)
  • in denen sie ganzheitlich, d.h. mit Körper, Herz und Verstand beteiligt sind (deshalb wird bei uns viel Probenzeit für Bewegungen, Gänge, Standbilder, brainstorming zur Ideenfindung etc. eingeplant)
  • in denen kreative Prozesse – individuell und im Ensemble – erfahren werden können (deshalb probieren wir Vorschläge aus der Gruppe aus und entscheiden erst dann, welchem wir den Vorzug geben)
  • in denen sie Verantwortung für das Gemeinschaftswerk übernehmen können und wollen.

Diese Schülerorientierung hat zur Folge, dass es am Anfang keine Antwort gibt auf die häufige Schülerfrage: Welches Stück spielen wir und welche Rolle kann ich bekommen? Wir suchen nicht – wie im „Regie-Theater – Spieler für bestimmte Rollen, sondern wir finden und erfinden Rollen genau für jeden aus unserer Spielgruppe. Alle Entscheidungsprozesse finden in und mit der Gruppe statt. (Das ist übrigens ziemlich anstrengend!!!) Es geht also nicht um das „Vom Blatt-Spielen“ fertiger Textvorlagen (es gibt ohnehin keine „fertigen“ Stücke auf dem Markt, die gleichwertige Rollen für bis zu 20 jugendliche Spieler hätten!). Es geht nicht darum, dem professionellen Erwachsenentheater nachzueifern (nicht umsonst haben Schauspieler bekanntlich eine lange Sprechausbildung hinter sich!), wohl aber darum, professionell mit Jugendgruppen Theater zu machen, d.h. Theaterszenen zu entwickeln,

  • in denen alle Spielerinnen und Spieler gleich stark gefordert sind,
  • die, die Gruppe sprecherisch nicht überfordern
  • die inhaltlich in bedeutsamer Weise etwas mit den Lebenswelten und Phantasien heutiger Jugendlicher zu tun haben
  • in denen jeder Einzelne seine besonderen Fähigkeiten zeigen kann
  • die die besonderen Chancen der Gruppenexistenz einer AG nutzen.

 

Im Schulleben stellt das Theaterspielen eine Möglichkeit dar, Selbstentfremdung und soziale Isolation zu überwinden. Einfühlungsvermögen, Konsensfähigkeit, Rücksichtnahme und Verantwortungsfähigkeit werden gefördert. Es ist eine unschätzbare menschliche Bereicherung – als Sinnen-Erfahrung, die dauerhaft Sinn machen kann.

 

 Geschichte der Theater-AG

Die Theater-AG wurde 1987 von Herrn Simon gegründet. Nach der ersten Produktion stieß Herrn Brabender dazu und unter diesem Team wurden die nächsten neun Produktionen aufgeführt. Als Herr Brabender im Jahr 1998 die Schule wechselte, trat Frau Rüter die Nachfolge von Herrn Brabender an. Herr Simon blieb bis zum Jahr 2006 der AG treu und erfüllte sich mit seinen letzten beiden Produktionen zwei Herzenswünsche: Tankred Dorsts, Die Kurve und eine Neuinszenierung von Hasenclever und Tucholskys Stück: Christoph Columbus oder die Entdeckung Amerikas, mit dem er 17 Jahre früher die erfolgreiche Arbeit der AG begonnen hatte. Seit dem Schuljahr 2006/7 hat Frau Rüter die alleinige Leitung der AG und entwickelte ein neues Konzept für die Entwicklung der Stücke.

1988    F. Dürrenmatt, „Der Besuch der alten Dame“

1989    Hasenclever / Tucholsky, „Christoph Columbus oder die Entdeckung Amerikas“

1990    Fo, „Der Nackte und der Mann im Frack“ / „Handwerker sind vergesslich“

1991    Dorst, „Gesellschaft im Herbst“

1992    Wilder, „Wir sind noch einmal davongekommen“

1993    Dürrenmatt, „Ein Engel kommt nach Babylon“

1994    Aristophanes, „Lysistrata“

1995    Polt, „Kitschroman“ u.a.

1996    Sartre, Das Spiel ist aus“

1997    Balko „Kloß im Hals“ / Brecht „Kleinbürgerhochzeit“

1998    Verne (Kohout), „In 80 Tagen um die Welt“

1999    Lenz, „Zeit der Schuldlosen“

2000    Frisch, „Don Juan oder die Liebe zur Geometrie“

2001    Mrozek, „Das Martyrium des Piotr O’Hey“

2002    Hildesheimer, „Die Eroberung der Prinzessin Turandot“

2003    Fo, „Siebentes: Stiehl ein bisschen weniger“

2004    Anouilh, „Einladung ins Schloss oder Wie man das Spiel spielt“

2005    Dorst, „Die Kurve“ / „Liebe … oder so ähnlich“ (Eigenproduktion zum Thema Liebe und Tod)Gewinn des 1. Preises der Stadt Solingen im Theaterwettbewerb

2006    Hasenclever / Tucholsky, „Christoph Columbus oder die Entdeckung Amerikas“

2007    „bash! – Goodbye Innocence“ (Eigenproduktion zum Thema Gewalt) Gewinn des 1. Preises der Stadt Solingen im Theaterwettbewerb

2008    „Hier … ist verdammt weit weg! Peer Gynt“ nach Henrik Ibsen, Gewinn des 1. Preises der Stadt Solingen im Theaterwettbewerb

2009    Schiller, “Maria Stuart. Battle of the Queens” (Adaptation)

2010    Frisch, “Andorra” (Adaptation)

2011    “Kommt ein Mann zur Welt”, nach Motiven des gleichnamigen Stücks von Martin Heckmanns, Gewinn des 1. Preises der Stadt Solingen im Theaterwettbewerb, nominiert für das Schultheatertreffen der Länder in Düsseldorf

2012    Eigenproduktion: „Liebe(r) nicht“, Gewinn des 2. Preises der Stadt Solingen im Theaterwettbewerb, Teilnahme bei dem NRW-Theaterfestival MAULHELDEN, nominiert für das Schultheatertreffen der Länder in Berlin

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