Ein Erdkunde-Grundkurs der Stadtentwicklung Kölns auf der Spur





Ein Schulhalbjahr haben die Schülerinnen und Schüler des Erdkunde-Grundkurses von Herrn Gräbner das Thema „Stadtentwicklung“ im Unterricht thematisiert. Nun, kurz vor den Abiturprüfungen, wurde das Thema am Beispiel Kölns live vor Ort wiederholt und die Schülerinnen und Schüler erkannten, dass Städte sich in einem ständigen Wandel befinden, an neue Anforderungen anpassen müssen und dabei aber ihre kulturellen Wurzeln nicht verlieren dürfen/wollen.

 

Begonnen haben wir in der Kölner Altstadt, wo wir den mittelalterlichen Strukturen im heutigen Stadtbild Kölns auf der Spur waren. Neben dem Alter Markt, dem historischen Rathaus und dem Fischmarkt besichtigten wir die zahlreichen engen Gassen, die auch heute noch ihre früheren Funktionen im Straßennamen tragen (z.B. Salzgasse, Unter Goldschmied oder die Mühlengasse).

 

Danach ging es auf eine der meistbesuchten Einkaufsstraßen Deutschlands, die Schildergasse. Zwar luden die unzähligen Shopping-Tempel zum Flanieren ein,  jedoch interessierte uns Geographen nur, inwieweit die Schildergasse und Hohe Straße die City-Funktion erfüllt und wie sich diese im Straßenbild zeigt.

 

Der nun einsetzende Regen machte den Weg bis zum Mediapark nicht sonderlich angenehm, jedoch konnten die Schülerinnen und Schüler an diesem Beispiel eines innerstädtischen Stadtentwicklungsprojektes erkennen, dass die funktionale Gliederung einer Stadt nicht nur in den Lehrbüchern vorzufinden ist, sondern die Stadtplaner bei ihren Planungen maßgeblich beeinflusst. So gilt der Standort des ehemaligen Güterbahnhofes Gereon heute als eine Top-Adresse für Unternehmen in der Medienbranche, was de Bedeutung der Medienstadt Köln deutlich gesteigert hat

 

Danach benötigten alle eine Pause und ein leckeres Mittagessen, welches wir gemeinsam auf der Keupstraße in Köln-Mülheim einnahmen. Neben Döner, Köfte und Lahmacun interessierte uns hier jedoch auch, wie soziale und ethnische Segregation das Bild eines Stadtteiles maßgeblich prägt, was an „Klein-Istanbul“, wie die Keupstraße auch mit Augenzwinkern genannt wird, sehr gut veranschaulicht werden kann.

 

Den Abschluss der Exkursion bildete der Blick hinab auf Köln vom KölnTriangel-Hochhaus in Deutz. Neben der atemberaubenden Aussicht auf das Zentrum Kölns bot uns der Blick von oben aber auch die Möglichkeit, mehrere Beispiele von Stadtentwicklung genauer zu betrachten. Einerseits konnten die in den 70er-Jahren hochmodernen Hochhäuser von Köln-Chorweiler, einem der heutigen sozialen Brennpunkte Kölns, betrachtet werden. Andererseits erkannten die Schülerinnen und Schüler, wie innerstädtische Brachflächen neu genutzt werden können. Das Gelände der ehemaligen Chemischen Fabrik Kalk stellte jahrelang eine Altlast für Köln dar, jedoch eine völlige Umstrukturierung erfahren hat und heute das Odysseum, die KölnArcaden, Wohnhäuser und Erweiterungen des Messegeländes beheimatet. Zudem konnten die Schülerinnen und Schüler das Prestige-Objekt der aktuellen Stadtentwicklung Kölns bewundern, die Kranhäuser im umstrukturierten Rheinauhafen.

 

Ein langer, jedoch lehrreicher Tag ging mit der Rückfahrt zum Bahnhof zu Ende und die Schülerinnen und Schüler konnten einige unterrichtliche Inhalte noch einmal wiederholen, festigen und mit dem Realraum verbinden, so dass in den (mündlichen) Abiturprüfungen (hoffentlich) die Antworten beim Thema „Stadtentwicklung“ nur so sprudeln 🙂

 

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