Auf den Spuren der Edelweißpiraten…





An einem vorweihnachtlichen Samstag(!) machte sich der Q2-Geschichts-LK von Herrn Haeberlein auf den Weg in den Kölner Stadtteil Ehrenfeld, um dort eine lokalhistorische Führung zum Thema „NS-Widerstand? Von Navajos und Edelweißpiraten“ mitzumachen. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie sich die jugendlichen Gruppierungen dem Alleinvertretungsanspruch der „Hitlerjugend“ zu entziehen versuchten und dabei eigene Formen der Unangepasstheit und des Widerstands entwickelten. Ehrenfeld war als kommunistischer Arbeiterstadtteil einer der Hotspots der Edelweißpiraten. Die Schülerinnen und Schüler wurden nicht nur zu bekannten Lokalitäten im Zusammenhang mit dieser Jugendkultur geführt, sie lernten sozusagen „im Vorbeigehen“ einiges über historische Aufarbeitung im lokalpolitischen Kontext.

 Denn über viele Jahrzehnte gerieten die Edelweißpiraten zunächst in Vergessenheit oder wurden diskriminiert. Erst viele Jahre später wurde das Phänomen durch Zeitzeugen und Historiker aufgearbeitet. Waren die Kölner Edelweißpiraten nun Verbrecher oder Widerständler? Die Kölner Stadtpolitik war sich lange nicht einig in dieser Frage.

 „Diebstähle, Raubzüge und Sabotagehandlungen sowie Waffengewalt“ gegen die Staatsmacht listete die Geheime Staatspolizei der Nazis auf.  Am 10. November 1944 wurden vor dem Bahnhof Ehrenfeld 13 Menschen öffentlich ohne Anklage oder Urteil aufgehängt, darunter sechs “Edelweißpiraten”. Tatsächlich wurden erst im Jahr 2011 fünf der ehemaligen Edelweißpiraten mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet – für „Widerstand in der NS-Diktatur und…ihr ehrenamtliches Engagement als Zeitzeugen“.

 Mit der Straßenbahn ging es anschließend noch in das El-De-Haus, in dem die Exkursion thematisch abgerundet wurde. Den Ausklang des Tages brachte der gemeinsame Besuch auf dem Weihnachtsmarkt am Dom.

 

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